Elternzeit Inhalte

Hallo,

im letzten Artikel ging es um die Fristen, die bei Elternzeit und Elterngeld einzuhalten sind.  Kurz gesagt muss Elternzeit beim Arbeitgeber 7 Wochen vorher angekündigt werden. Eltergeld muss hingegen bei der Behörde nach der Geburt beantragt werden. Natürlich hängt beides zusammen, Elterngeld bekommt man nur für genommene Elternzeit. Macht man etwas falsch, ist man in Elternzeit, bekommt aber kein Elterngeld, so einfach.

Wie schon erwähnt gibt es nach Einreichung Probleme, sollte man etwas nicht bedacht haben. Die Mitteilung über die Elternzeit an den Arbeitgeber und der Antrag auf Elterngeld sollten auch tunlichst genau zusammen passen. Grund genug alles gleich auf Anhieb richtig zu machen. Aber was genau muss man nun mitteilen und beantragen?

Also die Mitteilung an den Arbeitgeber ist im Grunde formlos und auch Inhaltlich logischerweise vage, da man vor der Geburt nicht genau wissen kann, wann man nun in Elternzeit geht. Entsprechend gibt man die Lebensmonate an und fertig. Diese Mitteilung ist der erste Schritt, wie gesagt kommt der Antrag auf Elterngeld bei der Behörde später, nach der Geburt.

Also muss in der Mitteilung an den Arbeitgeber schon alles korrekt sein, da man später im Antrag auf Elterngeld nicht irgendwas anderes angeben kann. Und hier gibt es aus meiner Sicht drei Fallstricke, auf die zu achten ist. Ich gehe dabei mal von meiner Situation aus, um es nicht zu kompliziert zu machen.

Es sind mindestens 2 Monate Elternzeit zu nehmen, weniger geht auch, nur dann gibt es kein Elterngeld. In der Mitteilung an den AG sind also zwei Lebensmonate anzugeben.

Allerorten wird von Monaten gesprochen, ohne konkrete Angabe, was denn nun ein Monat ist. Das könnten im Februar 28 Tage sein, oder generell 30 Tage wie gern im Bankwesen verwendet, vielleicht auch 31 Tage. Also da ich es auf keinen Fall darauf ankommen lasse, werden es zwei mal 31 Tage werden.

Wer die Monate nicht gerne an einem Stück nimmt muss das nicht. Elternzeit kann ganz nach Wunsch genommen werden, beim Elterngeld gibt es wieder eine Tücke. Elterngeld gibt es nur innerhalb der ersten 14 Lebensmonate, also genau nachzählen.

In meinem Schreiben an den Arbeitgeber wird also stehen, dass ich Elternzeit für die Lebensmonate 1 und 14 plane. Beispielhaft tue ich so, als ob der Geburtstermin jetzt schon feststünde und gebe an, wie ich genau plane, wenn die Elternzeit an dem ausgezählten Datum beginnen würde. So kann der AG dann ablesen, dass es zwei mal 31 Tage werden würden.

Karl

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Elternzeit Fristen

Hallo,

heute noch mal ein Schwank zum Thema Elternzeit und Elterngeld. Aus gegebenem Anlass plane ich gerade mal meine zweite Elternzeit. Natürlich auch die meiner Frau, die selbständig ist, ein Alptraum. Zunächst aber zu meiner eigenen Planung, die wesentlich einfacher ist.

Als Arbeitnehmer hat man für gewöhnlich kaum Möglichkeiten gewisse Parameter zu beeinflussen. Abgesehen jedenfalls von diesem in einem anderen Artikel beschriebenen Wechsels der Lohnsteuerklasse. Der kommt aber hier nicht in Frage, dazu mehr in einem anderen Artikel.

Also das wichtigste für Arbeitnehmer ist keinen Termin zu versäumen und in keine der Fallgruben zu tappen, von denen es einige gibt. Hier wirklich genau hinsehen und sich nicht nur beraten lassen, sondern auch selber nachlesen. Die vom Amt kennen sich oft selber nicht so gut aus, das sind ja keine Anwälte, sondern aus meiner Sicht Hilfsarbeiter. Anders lässt sich ja wohl diese in einem vorherigen Artikel veröffentlichte eMail nicht erklären. Bekommt man eine falsche Auskunft und macht deshalb einen Fehler, ziehen die einem ohne mit der Wimper zu zucken den Hosenboden stramm, also Vorsicht.

Aktuell muss man dem Arbeitgeber sieben Wochen vor dem geplanten Beginn eine Mitteilung über die geplante Elternzeit machen. Das bedeutet man kann auch nach der Geburt noch eine Elternzeit beantragen, diese dann aber nicht sofort antreten. Wer seiner Frau also bei und direkt nach der Geburt sollte hier pünktlich sein Schreiben abliefern. Arbeitgeber können sich auch kulant zeigen, manche tun aber das Gegenteil.

Den Antrag auf Elterngeld stellt man wiederum bei der Behörde und der kann sogar noch einige Zeit rückwirkend gestellt werden. Grund ist, dass man ihn ohnehin erst nach der Geburt stellen kann, da man zum Beispiel die Geburtsurkunde benötigt.

Was nun den Antrag auf Elterngeld angeht bin ich mir sicher, dass es nach Stellung nur noch sehr eingeschränkte Möglichkeiten zur Korrektur gibt, eventuell sogar keine. Ein Kollege hat zum Beispiel nur einen Monat beantragt, was nicht anerkannt wird, es müssen mindestens zwei sein. Man weiß ihn nicht darauf hin, so dass er es korrigieren konnte. Nein, er steckt in einem ziemlichen Schlamassel und versucht es nun mit dem Anwalt.

Beim Schreiben an den Arbeitgeber bezüglich der Elternzeit hängt es sicherlich von diesem ab Kulanz zu zeigen, sollte man sich einen Fehler erlauben. Auf jeden Fall sollte man aber aus den aufgeführten Gründen lieber alles gleich richtig und stimmig machen.

Soweit nun also zu den Fristen. Im nächsten Artikel geht es dann um die Inhalte der Mitteilung an den Arbeitgeber und des Antrags auf Elterngeld.

Karl

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Elterngeld Selbstständige – Die Vorgeschichte

Hallo,

zuletzt habe ich über meinen eigenen Elterngeldantrag geschrieben, der für Arbeitnehmer unter normalen Umständen eine simple Sache ist. Jetzt erzähle ich mal ein bisschen über Selbstständige, zu denen meine Frau gehört. Als Rechenkünstler in der Familie habe ich natürlich diesen Driet an den Hacken.

Schon mehrfach habe ich mich mit den entsprechenden Gesetzen beschäftigt und es scheint immer das gleiche zu sein. Es gibt gewisse Parameter, auf die man mitunter großen Einfluss nehmen kann. Damit meine ich keine illegalen Aktionen, sondern eine Bewegung in dem gegebenen Rahmen. Das gilt für die Einkommensteuer genauso wie für Eltergeld und Gerichtsverfahren. Genau hinsehen lohnt sich, leider jedoch am meisten für die, die ohnehin viel Geld haben. Wer viel verdient kann eben mit diesen Tricks mehr Steuern sparen, als jemand der wenig verdient.

Nun ja, bevor es so richtig ans Eingemachte geht, gibt es natürlich erst mal eine anständige Vorgeschichte. Schon vor längerer Zeit habe ich mich informiert und mir eine schöne eMail Schlacht mit der Elterngeldstelle geliefert, die auch online nachzulesen ist.

Damals ging es um die Verzögerten Zahlungen, die Selbstständige erhalten. Man bekommt dann Monate später plötzlich Geld und die Elterngeldstelle wertet das entsprechend des Eingangsdatums auf dem Girokonto knallhart als Einkommen. Das mindert natürlich den Anspruch auf Elterngeld mitunter erheblich.

Ein langes hin und her mit diesem einen relativ inkompetenten Mitarbeiter. Er schrieb eine Menge Quatsch, aber in einem Punkt hatte er letztendlich Recht. Es wird so bekloppt verfahren, wie kurz beschrieben.

Zwar gab es bereits mehrere Gerichtsurteile von Landessozialgerichten, die in dieser Sache für die Selbstständigen entschieden hatten, aber das interessierte den Herrn nicht besonders. Er wusste auch nichts davon, ich bin nicht sicher ob man es ihm jetzt zu lasten oder zu gute halten muss. Und er wusste nichts davon, da die Elterngeldstelle selber Revision beim Bundessozialgericht eingelegt hatte.

Solange die Revision aussteht, besteht in den Elterngeldstellen natürlich kein Handlungsbedarf, man macht so weiter wie bisher, also so, wie beschrieben. Solange es da keine Entscheidung gibt werden die Mitarbeiter auch nicht informiert, um keine Verwirrung zu stiften, die möchten natürlich klare Arbeitsanweisungen an ihre Leute geben. Ich denke mal die Typen auf der Behörde interessieren sich möglicherweise für solche Sachen auch nicht besonders, oder sie sind vielleicht sogar angehalten dazu nichts zu sagen.

Gut, ob er es nun wusste oder nicht, gesagt hat er zu dem Umstand mit der Revision nichts. Da bin ich ja selber hinter gekommen, allerdings erst später. Erst habe ich natürlich mit den positiven Urteilen der Landesgerichte argumentiert, auf die er sich nicht einließ. Nach weiterem Nachlesen stieß ich dann auf die Revision.

Damit war dann klar, bei der Elterngeldstelle komme ich nicht weiter, und so wandte ich mich an das Bundessozialgericht. Dazu mehr im nächsten Artikel.

Karl

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Elterngeld – Wechsel Klasse Selbstständige

Hallo,

heute soll es noch mal um den schon mal beschriebenen Wechsel der Steuerklassen gehen, mit dem man die Ermittlung der Höhe des Elterngelds beeinflussen kann.

Da die Elterngeldstelle hier nur auf die Auszahlungen schaut, kann es sich lohnen diese zu verändern. Durch den Wechsel der Steuerklasse kriegt der eine Partner mehr ausgezahlt, der andere weniger. Am Ende wird ohnehin alles im Lohnsteuerjahresausgleich aufgerechnet und dann zahlt man möglicherweise sogar nach. Es ist also eine Einflussnahme auf die vorläufige Besteuerung, am Jahresende kommt alles in einen Topf und es wird noch mal genau nachgerechnet. An und für sich schon eine blödsinnige Verkomplizierung.

Jedenfalls kann es so kommen, dass der Partner der lange in Elternzeit geht dadurch seine Auszahlungen derart erhöht, dass sich das in höherem Elterngeldanspruch bemerkbar macht. Der andere Partner hat natürlich dadurch einen geringeren Anspruch, er geht aber nur kurz in Elternzeit, oder vielleicht auch gar nicht.

Das ganze bringt nur dann nichts, wenn der eine enorm viel verdient, der andere fast gar nichts. Verdienen beide oberhalb der Bemessungsgrenze für das Elterngeld kommt auch nichts dabei herum, beide bekommen ohnehin das Maximum.

Sehr unkonventionell ist diese Aktion, denn man muss ja lange vorher aktiv werden, um hiervon nutzen zu haben, also quasi sobald man von der Schwangerschaft weiß, oder am besten schon dann, wenn man sie plant. Das ist schon etwas abstrus und der Effekt ist oft klein.

Mal wieder lohnt sich die Taktiererei für diejenigen so richtig, die ohnehin schon die Asche bis unters Dach gestapelt haben. So kann die Ehefrau die noch unterhalb der Bemessungsgrenze liegt Ihre Einkünfte so erhöhen, während der Mann, der da vielleicht um längen drüber liegt trotz der geringeren Auszahlungen noch über der Grenze liegt und so ohnehin noch immer das Maximum bekommt.

Für Selbstständige ist es leider wieder mal komplizierter, der Wechsel möglicherweise ohne große Wirkung. Meine Frau zahlt natürlich Einkommensteuervorauszahlungen. Wenn wir jetzt die Klassen tauschen wäre ich mir nicht mal sicher, ob sich diese Zahlungen verändern würden. Auf jeden Fall würden sich meine Auszahlungen verringern und so bekäme ich weniger Elterngeld in den zwei Monaten die ich plane. Ändern sich die Zahlungen meiner Frau dann nicht, bleiben ihre Kosten gleich hoch und somit würde ihr Gewinn nicht steigen, dann gibt es auch nicht mehr Elterngeld. Vermutlich ist hier nichts zu machen, da die Steuerklasse nun mal auf der Lohnsteuerkarte eingetragen wird und die verstaubt bei Selbstständigen im Schrank.

Karl

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Elterngeld – Recht im Unrecht

Hallo,

letztes Mal ging es um den Brief an das Bundessozialgericht. Nachdem ich dort per eMail recht gut aufgetragen hatte kam ja tatsächlich ein Brief zurück und ich hatte den Eindruck, die nehmen das ernst.

Das taten sie auch sicher, allerdings wird die Entscheidung nun erst in der Sitzung getroffen. In dieser ging es um die Sache B 10 EG 10/11 R, die oft verzögerten Zahlungen an Selbstständige, die in der Elternzeit als Einkommen gewertet werden. Hier ist es nämlich so, dass die Elterngeldstelle nach Ablauf der Elternzeit noch einmal nach den Einkommensverhältnissen im Bezugszeitraum fragt. Es wird also geprüft, ob man in dieser Zeit noch Geld verdient hat, dass den Anspruch auf Elterngeld herabsetzt. Zuviel gezahltes Elterngeld wird dann zurückgefordert.

Es gilt hier das sogenannte strenge Zuflussprinzip. Selbständige kennen das, die Gewinn und Verlustrechnung funktioniert genau so, außer man führt Bücher und kann bilanzieren. Der Unterschied ist nur, Steuern zahlt man jedes Jahr, Elterngeld bekommt man aber meist nur zwei oder drei Mal im Leben. Bei den Steuern ist es nicht so gravierend, bekommt man das Geld später, zahlt man sie ja sowieso dann im nächsten Jahr. Bei Elterngeld finde ich dieses Prinzip aber absurd, schließlich braucht man es ja gerade dann, wenn man eigentlich nicht arbeitet und somit nichts verdient. Und dieses Geld hat man eben nicht in der Zeit erarbeitet, sondern nur erhalten. Um so bekloppter ist, dass dieses Geld bei der Berechnung des Elterngeldes dann auch nicht einbezogen wird, denn da zählen wieder nur die 12 Monate vor der Elternzeit.

Die ellenlange Begründung, warum die Anwendung des strengen Zuflussprinzips nun Grundgesetzkonform sei habe ich nicht ganz gelesen. Wenn man sich das hier ansieht, kann sie nur hanebüchen sein, tut mir leid. Säumige Zahler lassen einen nicht nur einfach hängen, nein, man kriegt auch später noch den Arsch von der Elterngeldstelle voll, ganz reizend.

Na gut, genug gejammert, es ist wie es ist. Aus meiner Sicht braucht man Anwälte halt auch nur deshalb, weil sie ganz bewusst eine Welt schaffen, in der man ohne sie nicht mehr auskommt. Ganz ähnlich machen es die Steuerberater, die von einer Vereinfachung des Steuerrechts genauso viel halten, wie Affen von Bananenquark.

Aber das war sicher nicht das letzte Wort, dagegen wird aufgefahren was das Arsenal zu bieten hat und das ist eine Menge. Wie schon gesagt, die meisten Gesetze werden offenbar von Stümpern gemacht. Da steht zwar viel drin, was kaum zu verstehen ist, oft ist die Essenz aber so was von dämlich, dass sich wiederum diverse Lücken finden, die man irgendwie nutzen kann.

Von mir aus sollen bei der Ermittlung die 12 Monate vor der Elternzeit gelten, danach gezahltes Geld von mir aus als Einkommen. Es wird sich im Folgenden mit allen Möglichkeiten beschäftigt, mit denen man Zahlungen in die entsprechenden Zeiträume hineinverlegt oder hinausverlagert. Das ist jetzt mein Zuflussprinzip.

Karl

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Elterngeld – Das Bundessozialgericht

Hallo,

letztes Mal habe ich die Vorgeschichte zu meinem ersten Kontakt mit dem Bundessozialgericht erleutert. Nachdem ich mich mit der Elterngeldstelle angelegt hatte und klar wurde, dass die stur bleiben, da das interessante Urteil von Landesgerichten nun beim BSG zur Revision war, habe ich mich dort einfach mal umgesehen.

Es ging um das Aktenzeichen B 10 EG 10/11 R, darauf bin ich bei der Suche im Internet gestoßen, als ich über Elterngeld und verzögerte Zahlungen bei Selbstständigen gesucht hatte. Wenn man das Aktenzeichen einmal weiß ist es einfach, da kann man auf der Seite vom BSG nachsehen. Solche Urteile die zur Revision anstehen werden auch als anhängige Rechtssachen bezeichnet. Möglicherweise auch andere Vorgänge, ich bin ja kein Jurist. Leider stehen dort keine genaueren Angaben und bezüglich Terminen muss man fragen. Und so schrieb ich:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

Zur anhängigen Rechtsfrage B 10 EG 10/11 R würde ich gerne wissen, wann man da mit irgendeiner Entscheidung rechnen kann.

Vor fast einem halben Jahr hatte ich mich bei der Elterngeldstelle nach dem beschriebenen Umstand erkundigt, da mir schon klar war, dass es wegen der Selbstständigkeit meiner Frau Probleme geben wird. Damals bin ich bereits auf B 10 EG 10/11 R gestoßen. Jetzt ist meine Frau schwanger und in weiteren 6 Monaten gibt es dann kein Geld, obwohl meine Frau dann nicht mehr arbeiten wird.

Die Elterngeldstelle verweist auf die Revision. Man stellt sich stur und bringt damit Menschen in Notlagen, obwohl schon mehrere andere Gerichte in diesen Fragen richtig entschieden haben. Wann wird hier endlich Recht gesprochen?“

Daraufhin bekam ich folgende Antwort:

„Sehr geehrter Herr von und zu,

auf Ihr eMail Schreiben vom 3.3.12 teile ich Ihnen mit, dass in dem Revisionsverfahren B 10 EG 10/11 R voraussichtlich in der Sitzung des 10. Senats am 5.4.12 über die Revision entschieden wird.“

Die Antwort wurde von einer Regierungsoberinspektorin ausgestellt und zwar per Brief. Da sieht man doch, dass eine gut geschriebene Mail durchaus ihre Wirkung nicht verfehlt.

Die Sache wurde dann auch entschieden, was man relativ schnell ersehen kann, das war schon eine Woche nach dem Termin vermerkt. Die konkrete Entscheidung in allen Einzelheiten wird dann aber doch erst einige Wochen später veröffentlicht. Verständlich, wenn man die mal gelesen hat, die ist ziemlich lang.

Tja, Recht gesprochen wurde aus meiner Sicht hier letztendlich nicht, aber dazu mehr im nächsten Artikel.

Karl

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Eltergeldberechnung

Hallo,

wie schon angekündigt wollen wir heute mal sehen auf welche Knöpfe man so drücken kann, um sich mal richtig streng was zufließen zu lassen, haha.

Also zunächst geht es mal um die Elterngeldberechnung. Vielleicht weis es jemand besser als ich, aber aus meiner Erfahrung mit der ersten Elternzeit und dem was ich mir damals schon angelesen hatte scheint mir das eine Grauzone zu sein. Wenn man nachliest findet man nämlich heraus, dass entweder die letzte abgeschlossene Periode herangezogen wird, oder schlicht die letzten 12 laufenden Monate.  Die letzte abgeschlossene Periode meint dabei die letzte Steuererklärung.

Tja bei entweder oder kann man sich nun was aussuchen? So scheint es, denn eine wirklich verbindliche Passage in irgendeinem Gesetz habe ich nicht gefunden. Tatsächlich war es so, dass damals die Elterngeldstelle zunächst auf der Steuererklärung bestand. Damals war ich relativ sauer über diese Unklarheit, da ich vorher Zeit genug gehabt hätte, die Steuererklärung entsprechend anzupassen. Da ich nun nicht sicher sein konnte, ob es nun entweder so oder so gehandhabt wird, habe ich das gelassen.

Ganz gut so, denn man ließ sich überreden die letzten 12 laufenden Monate heranzuziehen. Allerdings war dazu einiges an Argumentation erforderlich, die aber sachlich nicht schwer fiel. Tatsächlich war der Wunsch begründet, da meine Frau ihre Praxis erst Ende des vorigen Jahres gegründet hatte und in diesem kaum etwas verdient hatte. In den ersten 11 Monaten des Folgejahres sah es dann ganz anders aus und das sollte nun herangezogen werden. Das sollte man nun also prüfen und sich erkundigen, dann die beste Variante wählen und entsprechend vorbereiten.

Als selbständiger kann man Zahlungen schließlich so verlegen wie man möchte. Zwar gibt es Einschränkungen, aber je nach Art der Zahlung kann hier schon großer Einfluss genommen werden. Ein anderes Zahlungsziel zu verhandeln ist legitim, das kann auch über ein Jahr in der Zukunft liegen. Andererseits kann man ausstehende Geldeingänge auch beschleunigen, indem man freundlich erklärt, wo das Problem liegt. Genauso gut kann man selber Ausstände einfach viel später bezahlen, dafür dürfen auch gerne Mahngebühren in Kauf genommen werden, die man dann ja ohnehin von der Steuer absetzen kann. Ausstehende Anschaffungen können zum Beispiel auch wahlweise lange im Voraus bezahlt werden, da gibt es vielleicht auch einen Preisnachlass.

Bei der Steuererklärung kann man nun genauso seine Wahlrechte ausüben. Man kann Ansparabschreibungen machen (die jetzt Investitionsabzugsbetrag heißen), die den Gewinn entsprechend mindern. Man kann auch einfach auf den Ansatz bestimmter Kosten verzichten, dann gehört das neue Auto eben nicht zum Betriebsvermögen, wird aber trotzdem dienstlich gefahren, wer soll das was gegen sagen? Ob das Sinn macht ist die andere Frage… Man kann als GWG sofort in einer Summe abschreiben, man kann die Abschreibung aber auch auf Jahre verteilen. Es gibt verschieden Abschreibungsmethoden, es gibt die Sonderabschreibung, auf die man aber auch wahlweise freiwillig verzichten kann.

Karl

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Einkünfte in der Elternzeit

Hallo,

nachdem ich mich im letzten Artikel über die Möglichkeiten von Selbstständigen ausgelassen habe, die Elterngeldberechnung positiv zu beeinflussen, geht es heute um die Einkünfte.

Für die initiale Berechnung des Elterngeldes zählen die Einkünfte der 12 vorangegangenen Monate oder des Einkommen der letzten abgeschlossenen Periode, also die letzte Steuererklärung. Hier ist es entscheidend die Zahlungen nach Möglichkeit in diese Periode hineinzuverlegen, während man die Kosten am besten klein hält, also vorher bezahlt oder erst später.

Bei den Einkünften ist es natürlich ganz ähnlich, in der Elternzeit sollte man möglichst keine haben. Dumm nur, dass die Elterngeldstelle auch Zahlungen als Einkommen ansieht, die von viel früher geleisteter Arbeit stammen, also nicht periodengerecht sind. Diese sture Haltung wollen wir uns mal zu Nutze machen…

Auch hier gilt es ausstehende Zahlungen möglichst vor der Elternzeit einzutreiben, oder eben erst danach. Es besteht auch die Möglichkeit die Elternzeit etwas abzukürzen, so dass Zahlungen nicht in den Bezugszeitraum fallen. Kommt zum Beispiel im Lebensmonat 1 eine Zahlung von sagen wir mal 10.000 Euro, so wäre es vermutlich klug, Elterngeld für die Lebensmonate 2 bis 12 zu beantragen, so fällt diese Zahlung nicht in den Bezugszeitraum. Genauso ist es auch möglich, mehrere Zeiträume für Elterngeld zu beantragen, so kann man genau die Monate aussparen, von denen man weiß, dass hohe Zahlungen kommen werden.

Dazu muss man aber auch beachten, dass solche Zahlungen auf den Bezugszeitraum aufgeteilt werden. Mehr noch, es werden alle Zahlungen und alle Kosten im Bezugszeitraum aufgerechnet. Wer also 10 Monate Elterngeld bezieht, jeden Monat 500 Euro Kosten hat, sagen wir mal Miete, dann irgendwann mal eine einzelne Zahlung über 5000 Euro bekommt, der ist bei Null.

Legitim wäre es auch schnell noch mal einige Anschaffungen zu machen, um mit Gewalt auf Null zu kommen. Geldanlagen zählen nicht, aber es gibt auch andere teure Gegenstände, die wertstabil sind und bequem später wieder veräußert werden könnten.

Tja, das wären dann so im Großen und Ganzen die Möglichkeiten die man so hat. Das ist schon eine ganze Menge. Wer jetzt denkt es handele sich um eine Gaunerei, dem sie gesagt, dass es eine Bewegung innerhalb eines Rahmens ist, nichts weiter. Er beschwere sich bei den Armleuchtern, die so einen beknackten Rahmen abstecken. Einige einfache mathematische Regeln hätten gereicht um hier einen fairen und nicht so leicht zu manipulierenden Ansatz zu schaffen, aber in der Politik sind offenbar nur Pfeifen. Gut für den geneigten Leser, schlecht für Deutschland.

Karl

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Roba Treppenschutzgitter

Hallo,

vor etwa einem Jahr kaufte ich bei Real zwei Roba Treppenschutzgitter. Das ist so eine kleine Gittertür, die man temporär vor einer Treppe einbaut, damit kleine Kinder nicht herunterfallen können. Zunächst hatte ich von dem Artikel eine recht gute Meinung, nun hat sie sich aber etwas relativiert.

Nachdem die Türen ein Jahr lang ganz gut funktionierten, lösten sich am Ende die Gitterstäbe aus der Tür. Diese hat oben und unten quer ein Holz mit Löchern, in dem diese Stäbe sitzen. Die Tür muss man zum Öffnen anheben und so zieht man die Tür am Griff nach oben. Der Griff ist natürlich an der Seite der Tür und eigentlich sollte die Tür beim Anheben formstabil bleiben, so dass sich die andere Seite der Tür mit anhebt. Tatsächlich aber bleibt die andere Seite einfach unten, so dass sich das Gitter von der Form her als Parallelogramm zeigt. Das ging so eine Zeit lang gut, ich dachte die Stäbe wären absichtlich etwas flexibel eingebaut um das so zu ermöglichen. Letztens fiel die Tür dann aber einfach auseinander, die Stäbe lösten sich aus dem unteren Holz.

Nachdem ich mir das genauer angesehen hatte war klar warum. Einmal waren die Stäbe nur mit ganz dünnen Nägeln gesichert, die 45 Grad schräg eingeschlagen und zudem absolut dämlich platziert waren. Zusätzlich waren die Stäbe verleimt, aber die Passung war nicht sehr eng und so entsteht eine Belastung, bei der der Leim ganz schnell den Geist aufgibt. Begünstigt wurde das alles durch den Umstand, dass auf der anderen Seite, wo sich die Tür mit anheben sollte, eine zu harte Feder eingebaut war.

Also habe ich den ganzen Kram auseinandergebaut und die Nägel entfernt. Eine besch… Arbeit, da die Nägel derart billig waren, dass man sie einfach nicht aus dem Holz herausbekam. Mit viel Gefühl und dosierter Gewalt ging das dann letztendlich.

Dann habe ich den ganzen Kram wieder zusammengesetzt und mit einem Spanngurt fixiert. Anschließend habe ich dann 5 mm Löcher durch die Hölzer gebohrt und Holznägel eingeschlagen.

Diese halten nun die Latten fest in den Hölzern und so bleibt die Tür nun fest in ihrer quadratischen Form. Dann habe ich noch diese Federn gekürzt, so dass man anheben die Belastung der Tür deutlich sinkt. Leichter öffnen lässt sich sich dadurch natürlich auch.

Also Roba Türschuztgitter sind von der Qualität des Materials her wirklich gut. Die Verarbeitung ist nur leider nicht so gut. Ob das bei anderen Herstellern besser ist kann ich nicht sagen, ich vermute eher nicht.

Wieder mal so eine Sache bei der ich das Kotzen kriegen könnte. Einen Euro bei den Herstellkosten sparen…. Anschließend habe ich zwei Stunden Arbeit mit dem Kram, wo ist da der Gewinn?

Karl

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Elterngeld und Lohnsteuerklasse

Hallo,

in den vorigen Artikeln hatte ich ja über die verzögerten Zahlungen bei Selbstständigen, bzw. deren Wirkung auf den Elterngeldanspruch berichtet. Grundsätzlich muss man sich ja fragen, wozu eigentlich Gesetze gemacht werden, wenn hinterher Behörden einfach machen was sie wollen. Darüber wie es dazu kommen kann philosophiere ich später noch mal. Hier zunächst aber noch eine andere Leidensgeschichte im Zusammenhang mit dem Elterngeld, die der vorigen stark ähnelt.

Um das Elterngeld kümmert man sich normalerweise ja dann, wenn die Frau oder Freundin schwanger ist. Jahr vorher kommt kein Mensch drauf, dort richtig Zeit rein zu stecken, quasi bis zur Antragsreife. Diverse kleine Tücken fallen einem aber erst dann auf, wenn man den ganzen Prozess mal durchexerziert.

Damals fiel mir auf, dass es bei der Höhe des Anspruchs im Grunde darum ging, wie viel man ausbezahlt bekommt. Genau hinsehen, nicht wie viel man verdient, nicht Brutto nicht Netto. Nein, wie viel man ausbezahlt bekommt.

Auch anderen war gleich aufgefallen, dass man diese Größe durch die Wahl der Lohnsteuerklasse beeinflussen könnte. Es wären auch noch weitere Möglichkeiten denkbar, etwa Wechsel der Krankenkasse oder betriebliche Altersvorsorge. Eben alles, was das Netto eines Arbeitnehmers beeinflusst.

Es gab eine Menge an Treffern im Internet, die sich um diesen Sachverhalt drehten. Im Grunde haben die Behörden aber die Wahlfreiheit einfach erst mal ignoriert und ein solches Verhalten als böswillig dargestellt. Wer also die Steuerklasse nur wechsele, um mehr Netto zu erhalten und so seinen Anspruch auf Elterngeld zu erhöhen, wird so behandelt, als hätte er die Klasse eben nicht gewechselt.

Um hier etwas zu machen hätte meine Frau in den niedrigeren Tarif wechseln müssen, ich in den höheren. Dadurch wäre die Steuerbelastung unserer Einkommen zunächst gestiegen, aber mit dem Lohnsteuerausgleich am Jahresende wird ohnehin alles wieder verrechnet. Die Steuerklassenwahl ist kein Mittel, um die Steuerbelastung dauerhaft zu senken, dieser Effekt ist nur temporär. Einzig die Zusammenveranlagung spart Steuern.

Den Heckmeck wollte ich mir dann doch sparen, standen die Aussichten doch relativ schlecht. Zahlreiche Artikel berichteten davon, dass sich die Ämter weigerten, obwohl doch das Gesetz diesen Raum einfach offen lässt. Es ist eben so formuliert, dass diese Lücke besteht, sie wird nicht schriftlich ausgeschlossen.

Einen schalen Beigeschmack hat auch der Fakt, dass der Einkommensunterschied bei Leuten die richtig Asche haben natürlich am größten ist. Für die lohnt sich dann also der Aufwand sogar noch einen Anwalt einzuschalten.

Karl

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